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Ich denke, wir liegen bei der Klimadebatte gar nicht so weit auseinander.
Umweltschutz und Psychotherapie
Im Gegensatz zu „culixo“ glaube ich sehr wohl an einen Klimawandel. Ich weiß mit 55 Jahren aus eigener Erfahrung, dass in meiner Umgebung eine Erwärmung stattgefunden hat. Wahrscheinlich hat dies auch mit dem CO2-Ausstoß zu tun, wenngleich es nicht hundertprozentig bewiesen ist.
Mich stört in diesem Zusammenhang aber das Verhalten unserer Eliten. Die Massenmedien bringen jede Menge Werbung, wonach wir in immer kürzeren Abständen neue Autos, Elektrogeräte, Möbel, Kleidung, Sportgeräte, etc. kaufen sollen, aber gleichzeitig rufen sie uns zum umweltschonenden Verhalten auf. Während bereits Kommunikationsmöglichkeiten wie Internet, Videokonferenz etc. weltweit verbreitet sind, wird eine Klimakonferenz an einem einzigen Ort veranstaltet, zu dem Tausende aus aller Welt mit dem Flugzeug anreisen. Das ist, als würde man angesichts eines Waldbrands ein Lagerfeuer anzünden, um dort über geeignete Gegenmaßnahmen zu beraten. Oder als würde man bei einem üppigen Festmenü Diätpläne ausarbeiten. Heutzutage erzeugen die erfolgreichen Menschen leider meist den größten ökologischen Fußabdruck. Vor rund zwei Jahren hat uns der österreichische Umweltminister empfohlen, als Beitrag zum Klimaschutz auf Fernreisen zu verzichten. Das fand ich sinnvoll. Inzwischen ist er Finanzminister und hat auf Mauritius Urlaub gemacht. Aber den Durchschnittsmenschen wird es bereits als Klimasünde angerechnet, wenn sie Wege unter vier Kilometern mit dem Auto zurücklegen.
Solche Dinge rufen wohl eher Ärger als Verständnis hervor. Dennoch bemühe ich mich darum, möglichst wenig nicht erneuerbare Rohstoffe und Energien zu verbrauchen. Dies wäre nämlich auch ohne Klimawandel dringend nötig. Wie würden wir heute wohl leben, hätten die Menschen im Mittelalter zwar keine Hexen, aber die meisten Erdöl- und Erdgas-Vorräte verbrannt? Wir können uns das nicht vorstellen, aber zukünftige Generationen werden mit diesem Problem zurechtkommen müssen. Als Draufgabe gibt es noch den Klimawandel sowie giftigen und strahlenden Müll.
Nun kehre ich zurück zur Psychotherapie und nähere mich der Ansicht von „culixo“ an, weil auch ich hier ähnliche Widersprüchlichkeiten sehe wie bei der Klimadiskussion. Von fast allem, was wissenschaftlich beweisbar ist, ist da wie dort auch das Gegenteil wissenschaftlich beweisbar. Und jede Problematik kann missbräuchlich verwendet werden. Im Namen des Klimaschutzes werden Atomkraftwerke gebaut. Verschmutzungsrechte können zum Spottpreis gekauft werden, weil sie allen Staaten zunächst gratis zugewiesen wurden. Und verkehrstüchtige Autos werden mit Prämien verschrottet. In der Psychotherapie gelten die Fachleute als besonders verantwortungsvoll, doch wenn etwas schief geht, wird jegliche Haftung abgelehnt. Die Qualitätssicherung gilt als vorbildlich, auch wenn es bei Verfehlungen keine Disziplinarmaßnahmen gibt. Wenn ein Therapeut das Gegenteil dessen sagt, was er meint, gilt es als wertvolle paradoxe Intervention. „Zum Wohl der KlientInnen“ werden ihnen Auskünfte und Aufzeichnungen über die eigene Behandlung verweigert. Usw.
Ich wünsche allen, die hier lesen und schreiben, alles Gute im Neuen Jahr, vor allem Gesundheit.
Hans Klotzinger, johann.klotzinger gmx.at (1190 Wien)
Freitag, 8. Jänner 2010 um 13:33:01
@silversurfer
Bei mir ist es ebenso, daß ich Ratschläge erhalten habe bzw. Wegweiser, die ich erstens an jeder Ecke erhalten hätte können und die - basierend auf irgendwelchen halbseidenen Theorien - auch blanker Unsinn waren. Ich finde es einfach gefährlich, Leuten Dinge zu raten, die auf keinem festen Fundament beruhen - bei mir hätte das Auswirkungen auf mein direktes Umfeld gehabt.
>Wenn ein Angstpatient z.B. nur noch ein kleines Umfeld hat und dieses dann - als potentielle Ursache der Angst - auch noch zerpflückt und hinterfragt wird, dann kann das nur kontraproduktiv sein.
Was den meisten Therapeuten schlicht fehlt, ist Menschenverstand - gerade auf den käme es aber an. Blöderweise stehen aber die vertrottelten Dogmen oft im Widerspruch dazu. Und bevor ein Therapeut sein Dogma aufgibt, wirft er lieber seinen Verstand über Bord - zum Schaden des Patienten. Im Grunde ist das die gleiche Problematik wie bei Sekten.
Wozu psychologische Dogmatisierung führt, kann man sich ja in totalitären Regimen ansehen. Die brauchen sowas, um überhaupt erst groß zu werden.
Aber wie gesagt: Sehen Sie sich die Klimadiskussion an - das ist längst keine fundiert wissenschaftliche mehr, da geht es nur noch darum, mit Psychologie möglichst viele Menschen lenkbar zu machen (während von wissenschaftlicher Seite z.B. längst bewiesen ist, daß es seit 10 Jahren wieder kälter wird, sich in der Antarktis das Eis vermehrt usw. - erzählt man dem Volk die Lüge vom bösen CO2 - wobei - angenommen, es würde stimmen - jedem Kleinkind klar sein müßte, daß ein komplexes System wie das Klima nicht mit einem einzigen Knopf veränderbar ist, egal in welche Richtung).
culixo, culixo mail.com (Wien)
gut
Sonntag, 27. Dezember 2009 um 23:47:46
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